Schwer verdaulich

Erstellt am 01. Oktober 2012 von bsv-admin

BSV II – FSG 95 II –  2:1

FSG 95 I – BSV I  –  2:2

An diesem Nachmittag stand zwei Mal FSG 95 auf der Müssner Menükarte. Das es Schwere Kost werden würde war klar – mit  Nachwirkungen aber nicht zu rechnen. Da das Erlebte auch nach 24h noch nicht verdaut ist, ein kleiner Brief:

Sehr geehrter Herr Yakmaz,

Sie haben es ja nicht leicht. Zwei Augen für das, was in höherklassigen Spielen sechs bis zwölf Augen (inkl. Torrichter) nicht immer sehen. Hätten Sie jedoch nur die Hälfte des Fairplays an den Tag gelegt, welches Sie mir nach dem Spiel predigten, müssten wir weder eine Spielsperre für unseren Torwart erwarten, noch tagelang über eine Szene sprechen. Beispiel gefällig: Im Aktionskatalog „Fair ist mehr“ wird besonders gelobt, wenn ein Spieler, Trainer oder Betreuer eine strittige Schiedsrichter-Entscheidung zu Ungunsten seiner Mannschaft korrigiert. Vielleicht haben Sie es nicht gemerkt, aber unsere Proteste sollten die „Strittigkeit“ besagter Szene in der 47. Minute zum Ausdruck bringen? Also mehr fragen, weniger predigen!  Vielleicht können Sie die Inhalte des Katalogs auf dem nächsten Lehrabend ja mal in Erfahrung bringen. Ich habe es gatan.  Dann kommen Ihre beiden Augen den Rest eines solchen Spiels auch ohne eine stark subjektive Sichtweise aus. Vielen Danke!

Zunächst begann alles wie geplant. In Müssen startete die 2. gegen die FSG Reserve, die zwar schon reichlich Prügel (Tore) bezogen hatte, aber im Gegensatz zu uns bereits in der vergangenen Woche ihren Ersten Dreier auf dem Platz einfahren konnte. Um es vorweg zu nehmen – die Zuschauer bekamen nur „Schonkost“ geboten. In einer sehr zähe Partie, in der es an Höhepunkten mangelte quälte sich der BSV zu einem 2:1 das erst in der 87. Minute erzielt wurde. In der Anfangsphase war man noch bemüht Struktur in die Partie zu bringen, brachte sich aber immer wieder durch leichte Ballverluste in Bedrängnis. Vor allem in der eigenen Vorwärtsbewegung wurde die FSG immer wieder zu Kontern eingeladen. Nachdem auch eigene Einschussmöglichkeiten ungenutzt blieben konnte man mit einem 0:1 zur Halbzeit schon fast gut leben.

Totti nervenstark

In der 2. Halbzeit war der BSV zwar noch dominanter, konnte jedoch vor dem Tor weiter nicht zwingend agieren. Zu Groß war oftmals Loch zwischen der Abwehr und dem Angriff. Im zeitweiligen 4-2-4 flogen die Bälle nur so übers verwaiste Mittelfeld hinweg.  Wille und Einsatz waren zweifelsfrei da, Ungeduld und  Fehlerquote aber leider auch.

Mit der Hereinnahme von D. Dettmann (70.) wurde zwar nicht das spielerische Defizit behoben, jedoch die Präsenz im gegnerischen Strafraum deutlich erhöht. Nicht von ungefähr ist daher das 1:1 (76.) zu erklären, als sich Dettmann in unnachahmlicher Art im 16er den Ball schnappte und aus 12m endlich mal voll durchzog. Erstmals in der Partie war der bis dato immer richtig stehende Gästekeeper geschlagen – Erleichterung. Bevor es die Sahnehaube gab scheiterte M. „Totti“ Nasser  in der 81.Minute allerdings noch mal kläglich freistehend aus 14 Metern an Ball, Platz und den eigenen Nerven. Der ersehnte erste „echte Sieg“ schien wieder dahin. Doch unser „Totti“ glaubte wohl weiter fest an sich und seine Chance. Nur so kann man 5 Minuten später die gleiche Chance, in gleicher Position mit einem Heber vollenden. Nicht schlecht Herr Totti – das mit den Nerven nehme ich zurück!

Achterbahn eine Woche vor Reinholdi

Der Hauptgang wurde aufgrund der komplizierten Spielplanregelungen (17er C-Liga) dann in Pottenhausen serviert. Das 1:0 (10.) gegen die Truppe von Coach Horstkötter köpfte noch vor meiner Ankunft am Rummel-Platz M.Vollmer in Anschluss an eine Ecke. Unter den Augen einiger „fleißiger“ Schausteller war die FSG optisch überlegen, konnte gegen die gut stehende Defensive jedoch kaum Wirkung erzielen. Unsere Mannschaft hingegen kombinierte ein ums andere Mal gut nach vorne und wurde nach 37 Minuten mit dem 2:0 belohnt. Nach Zweikampf zwischen Reger und Horstkötter (in Folge verletzt vom Platz), kam Beining an den Ball und machte das Tor gegen protestierende Gastgeber.  Da trotz klarem Ballspiel ein Kontakt stattfand, eine strittige Sache. Auch ohne Ihren „Langen“ resignierte die FSG nicht. Zwar bedurfte es eines „Sonntagsschusses“ durch Rohmann (41.) doch die Gastgeber waren sofort wieder in der Partie.

Was nun folgte ließ jeden BSV‘ler am Platz aus seinem sonnige Gemüt fahren. Nach mehreren vergeblichen Klärungsversuchen unmittelbar vor unserem Tor gelang es Keeper Möller in der 47. endlich die Hand auf den freien Ball zu bekommen. Alles gut – bis ein Pfiff den ertönte. Die Gastgeber reagierten sofort und setzten zum Torjubel an. Auf BSV-Seite (und nicht nur da) unglaubliches Staunen. Der bis dato unauffällige und großzügig pfeifende Referee Bayram Yakmaz (aus Bünde) zeigte zur Mitte. Mit tief stehender Sonne im Rücken und bester Sicht auf den Ball, so der Unparteiische nach dem Spiel, habe er den Ball „ganz eindeutig“ hinter der Linie gesehen.  Auch wenn ich nach dem Spiel NIEMANDEN bei den Gastgebern gefunden habe der mir versicherte „DER war drin“ sollte ich 24h nach dem Spiel eigentlich analysieren: „Strittige Szene  – schwere Entscheidung  – Wahrnehmungsfehler – That’s it“.

Wegen des daraus resultierenden Platzverweises und der „besonderen Art“, die Herr Yakmaz nach dieser Szene ausstrahlte, reichen auch keine 24 Stunden zur Verdauung der Vorkommnisse.

Nicht in Vergessenheit geraten sollte aus sportlicher Sicht, dass sich die FSG den Punkt im Laufe der 2. Spielhälfte auch verdient hat. Gepusht durch das Comeback waren sie in Halbzeit 2 weitestgehend überlegen und nur zweimal in Verlegenheit zu bringen. Gegen Vollmer und Treffer reagierte R.Schenk im Tor der Gastgeber 2x stark.

Fazit: Nach den Ergebnissen des Wochenendes stehen nun gleich fünf Mannschaften punktgleich an der Tabellenspitze (CSL Detmold, SC Augustdorf, Hagen-H., Heidenoldendorf, Müssen). Schön für die Liga, auch SG W.-Klüt und die FSG 95 sind noch in Schlagdistanz und es zeichnet sich eine spannende Serie ab. Duchsetzen wird sich wohl die Mannschaft mit dem größten Stehvermögen, dem Höchstmaß an Disziplin und einer guten Portion Glück!